Nachdenklich besieht sich Ashina ihre Vorräte und seufzt leise. "Mir scheint, wir müssen bald neue Vorräte kaufen. Wir haben nicht genug um darauf zu warten, dass die Pflanzen aufgewachsen sind," sagt sie kopfschüttelnd zu Mero. "Sobald es kühler wird, suchen wir eines der umliegenden Dörfer auf. Vielleicht findet sich dort auch eine Möglichkeit, zusätzliches Geld zu verdienen." Es folgt eine kurze Pause, in der sich Ashina einen Apfel nimmt und zu ihrem tierischen Freund sieht. "Auch hungrig, Mero?"
"Na komm, Mero." Mit diesen Worten wendet Ashina den Blick von der Straße ab, nachdem sie dort nichts und niemanden entdecken kann. Mit einem leisen Knarren öffnet sich die Holztür ihres Hauses und kühle Luft strömt ihr entgegen. Das Innere der Hütte ist karg eingerichtet und enthält nur das nötigste an Einrichtung. Neben einer kleinen Kochstelle finden sich mitten im Raum ein grob gezimmerter Holztisch sowie ein paar Truhen an den Wänden. Die Tür zu ihrem Schlafzimmer ist nur angelehnt, damit Mero entscheiden kann, ob er sich lieber auf das alte Kissen am Boden neben ihrem Bett legt oder ob er mit der für ihn gedachten Decke neben der Eingangstür vorlieb nehmen möchte.
Wieder wischt sich Ashina mit einem erschöpften Seufzen den Schweiß von der Stirn, als sie den Eimer an dem Seil des Brunnens befestigt und in das Wasser fallen lässt. "Komm, Mero," ruft sie Hund und wendet sich ihrem Wohnhaus zu, "lass uns hinein gehen, bis die Sonne nicht mehr so stark brennt." Ehe sie jedoch ins Haus tritt, wirft sie einen Blick auf die Straße. Wer weiß, ob sich dort nicht ein besonders mutiger - oder dummer - Wanderer herumtreibt, der glaubte, die kühlenden Berge noch vor der schlimmsten Hitze zu erreichen.
Mit schweißüberströmtem Gesicht und an ihrem Körper klebender Kleidung arbeitet Ashina weiter. Das von ihr gewählte Leben ist hart, das hat sie allerdings auch davor gewusst und wüsste daher nicht, weshalb sie einen Grund zum Klagen hätte. Eimer um Eimer frischen, kühlen Wassers kippt sie auf die trockene Erde und achtet sorgsam darauf, das kein Tropfen der lebenswichtigen Flüssigkeit das frische Grün der Pflanzen direkt berührt. Zu gut hat sie noch die Ermahnungen der Gärtnerin ihres Vaters in Erinnerungen, niemals Wasser direkt auf Pflanzen zu schütten. Den Grund dafür hat sie nicht erfragt, doch immer hat sie sich daran gehalten. Immer öfter bleibt die Hybridin nun stehen, um sich erschöpft den Schweiß aus dem Gesicht zu wischen. Sie kann es kaum erwarten, endlich den kühlen Innenraum ihrer Hütte aufzusuchen.
"Genügend Pause für diesen Morgen. Ehe die Mittagshitze kommt, müssen die Felder gewässert werden." Ashina erhebt sich, noch während sie spricht. Ihr Weg führt sie zu dem Brunnen in der Mitte des kleinen Hofes. Er wird von einem unterirdischen Fluss aus den Bergen gespeist, weshalb sie sich um die Wasserversorgung keine Sorgen machen muss. Den hölzernen Eimer wirft sie in den dunklen Schacht, wo er mit einem dumpfen Platschen auf der Wasseroberfläche aufschlägt. Anschließend kurbelt sie den vollen Eimer wieder hinauf und schleppt ihn zu den Feldern, um diese zu bewässern. Dies wiederholt sie, bis die Sonne hoch am Himmel steht und die Mittagshitze zu drückend wird, um weiter unter freiem Himmel zu arbeiten.
Gemächlich und auf nackten Füßen kommt Ashina dem Hund entgegen und streicht ihm, als sie ihn erreicht, mit der linken Hand über den Kopf. Die krallenartigen, von der Erde der Felder braunen Fingernägel fahren sanft durch das dicke Nackenfell. "Gefällt dir dein neues Zuhause?" Sie kniet sich neben den Hund und betrachtet das kleine Haus. "Es ist kein Palast, dafür mit ehrlicher Arbeit erbaut." Mit einem tiefen Seufzen schließt die Wolfshybridin die in einem ungewöhnlich kräftigen Blauton leuchtenden Augen.
Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck steht Ashina am Rand eines ihrer Felder und betrachtet den zarten, grünen Teppich junger Pflanzen, der sich den wärmenden Sonnenstrahlen entgegen reckt. Diesen Hof aufzubauen hat sie einiges an Münzen, Arbeit und Schweiß gekostet, doch der Ertrag ihrer ersten Ernte im Vorjahr hat bewiesen, dass das Wolfsmädchen zumindest dies kann. An dem Erlös dieser Ernte allerdings hat sie sich nicht lange erfreuen können, denn dieses ist schon wenige Tage später für weitere notwendige Ausbesserungen davongeflossen. Neues Saatgut musste erworben werden, ein Loch im Dach wollte verschlossen werden... Auch jetzt noch erscheint ihr die Liste der vor ihr liegenden Aufgaben endlos. Trotz dieser Herausforderung und ihres mageren Münzbeutels hat sie es sich jedoch nicht nehmen lassen, einen Gefährten an ihren Hof zu holen. Mero, so der Name des Hundes, soll der jungen Frau Gesellschaft leisten. Ob er sich auch dazu eignet, die in den Bergen heimischen Banditen zu vertreiben oder ob sie diese mit eigenen Klauen vom Hof vertreiben muss, wird sich herausstellen. "Schluss mit diesen trüben Gedanken," schellt sie sich mit leiser, rauer Stimme selber und wendet sich vom Anblick der frisch grünenden Felder ab, um nach dem grauen Hund zu suchen, der sich, wie sie hofft, noch auf dem eingezäunten Gelände ihres Hofes befindet.
Dank der Partnerseiten ;) Die Bezeichnung "RP" für "Role-Play" hat sich in meinem Freundeskreis irgendwann einfach so eingebürgert, oftmals zur Verwirrung jener, die es nur als "RS" kennen^^ Es macht sehr viel Spaß, leider fehlt mir im Augenblick genügend Zeit, um meinem Lieblingshobby so viel Zeit zu widmen, wie ich gerne würde *seufz*
Mein richtiger Name tut hier nichts zur Sache, daher bleibt ruhig bei Ashina. Bitte auch ohne Spitznamen, ich habe teilweise schon sehr... interessante Neuinterpretationen diverser Nicks erlebt und bin mir gerne sicher, dass auch wirklich ich angesprochen werde ;) Ich selber beschäftige mich bereits ein paar Jahre mit RPs, begonnen 2012 mit einem (bedauerlicherweise geschlossenen) Chat-RP. Irgendwann kamen Foren-RPs hinzu, MMORPGs und seit nun knapp einem Jahr bin ich begeisterte PnP-Spielerin (bevorzugt DSA [Tulamiden] und Pathfinder [Drow, Tieflinge]). Über Dol Morgul fand ich meinen Weg hier her und fand das eher ungewöhnliche Konzept interessant, weshalb ich nun hier bin, um mich mit meinem vierbeinigen Begleiter in waghalsige Abenteuer zu stürzen mit der kühnen Hoffnung, möglicherweise auf ein verlassenes Drachenei zu stoßen *g*
Weitere interessante (oder auch nicht, dies sei jedem selber überlassen) Informationen: Ich schreibe sehr gerne (wenn auch vielleicht nicht besonders gut), besonders in den Bereichen Fantasy und Sci-Fi. Zu diesen Themen findet man bei mir auch die meisten Bücher und Spiele. Wenn ich ein Tier wäre, wäre ich ein Jaguar, als magisches Tier ein Pegasus und als übernatürliches Wesen ein Werwolf (Ergebnisse diverser Onlinetests). Was diese Ergebnisse über meinen Charakter aussagen, ist mir noch nicht klar... Kreative Vorschläge sind gerne gesehen ;)